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Wait A MO by Tanja Nedwig
Momente aus Fashion, Lifestyle und Kunst. Begegnungen in Berlin und woanders.

A MOMENT WITH: STEFANIE HANSSEN VON “FRAU TONIS PARFUM BERLIN”

Die Parfum-Manufaktur „Frau Tonis Parfum“ ist ein Ort, um unerwartet die Zeit zu vergessen und ideal, wenn man auf der Suche nach einem persönlichen Duft ist, der Erinnerungen und Wünsche in privater Komposition verbindet.

In der Nähe vom Checkpoint Charlie und trotzdem fernab großstädtischer Geräusch-Kulissse, bin ich mit Stefanie Hanssen von „Frau Tonis Parfum“ verabredet. Das helle Store-Interior, die großen Apotheker-Flaschen, Düfte mit schönen Namen wie „Berlin Summer“ oder „Si Tu Savais“ (wunderbar nach Zitronenhainen duftend) machen Lust, immer weiter zu testen und auszuprobieren.
Duft Nr. 24 „Vamos“ zieht mich in seinen Bann, für einen Abend mit eventuell ungewissem Ausgang: kräftig, holzig, bei dem man leicht in die Versuchung der Frage „Zu mir oder zu dir?“ kommen könnte. Warum also nicht diesen Duft mit der Unschuld & Verzückung des Tulpen-Blattwerkes komponieren? Melancholie versprüht hingegen Nr. 18 „Bogota Berlin“ eine Hommage an das im letzten Jahr geschlossene „Hotel Bogota“ mit dem Duft der Veilchen für die 20er Jahre, Zedernholz und Bergamotte.

Stefanie Hanssen fragt mich nach meinen Duft-Vorlieben, erklärt mir verschiedenste Kompositionen, erzählt von Escape-Düften für den Berliner Herbst und wie sie auf auf die Idee gekommen ist, voll und ganz in die Welt der Düfte einzutauchen. Stefanie Hanssen selber verströmt Ruhe und Gelassenheit, sie scheint angekommen zu sein in  „Frau Tonis Parum-Manufaktur“.

Wer ist denn Frau Toni?
Das ist meine Großmutter. Sie ist jetzt 86 Jahre alt und wohnt in Wanne-Eickel im Ruhrgebiet. Die Parfum-Manufaktur ist ihr gewidmet. Bei ihr bin bei ihr groß geworden. Meine Mutter hat viel gearbeitet, so hat meine Großmutter auf mich aufgepasst. Sie hatte viel Zeit und Geduld. „Frau Tonis Parfum“ ist eine Quintessenz von dem, was meine Großmutter ausmacht: die Dinge wertzuschätzen, dass weniger oft mehr ist, ihre Liebe zu den schönen Düften. Meine Großmutter selber trug einen besonderen Duft, einen Rosenduft, anders als die anderen Frauen, die zum Stricken zu Besuch kamen und Kölnisch Wasser 47/11 oder Tosca benutzten. Unser Duft „Rose de France“ ist meiner Großmama gewidmet.

Wie kam es zu Ihrer Leidenschaft für die Welt der Düfte?

Das war eigentlich Zufall. Ich war persönlich auf der Suche nach einem Duft, den ich an einem Abend in der Philharmonie bei meiner Nachbarin bewundert habe. Er war ätherisch, grün, holzig und frisch. Ich war aber zu schüchtern, mich nach dem Namen zu erkundigen. Ich habe mich in in vielen Berliner-Parfümerien auf die Suche gemacht, ihn aber nicht wieder gefunden. Also habe ich zu meinem Geschäftspartner Christoph Niedermeyer, wir haben zusammen eine Agentur für gehobene Hotellerie, gesagt, warum machen wir dann nicht unsere eigene Duft-Manufaktur. Das war 2009 und dann ging es sehr schnell. Wir haben uns auf die Suche nach Parfumeuren gemacht, mit denen wir gern zusammen arbeiten wollen und sind in Graz und Berlin fündig geworden. Sechs Monate später haben wir „Frau Tonis Parfum“ eröffnet. Bei uns kann man die Düfte miteinander komponieren. Damit haben wir den Nerv der Zeit getroffen.

Was haben Sie ursprünglich gelernt?
Ich habe BWL in Essen studiert, wollte dann mal kurz Journalistin werden und habe ein Volontariat gemacht, bis ich mich mit der Agentur selbstständig gemacht habe. 2004 bin ich wegen der Liebe nach Berlin gekommen und habe auch hier geheiratet. Übrigens mein Mann saß damals mit in der Philharmonie, ihm ist der spezielle Duft, der mich so inspiriert hat,  nicht aufgefallen.
Warum lieben es Ihre Kunden, sich ihren persönlichen Duft zu kreieren?
Ich glaube, das ist der gleiche Grund, warum man sich ein Kleid maßschneidern lässt. Man hat es für sich alleine. Ich glaube der Trend geht im Allgemeinen in die Manufaktur-Richtung.
Haben wir tendenziell das richtige Gespür, um unseren optimalen Duft selbst zu entwerfen?
Bei den Menschen, die zu uns kommen, ist die Trefferquote erstaunlich hoch. Wir haben seit unserer Eröffnung ein Archiv mit über 2000 Karteikarten und persönlichen Duft-Kompositionen aus aller Welt, die auch kontinuierlich nachbestellt werden. Bei der eigenen Duft sollte man sich fragen, was soll er mit mir machen, wie kann er mich inspirieren oder beflügeln?
Wie speichern Sie Erinnerungen ab?
Intuitiv über Düfte, wie zum Beispiel meine Erinnerung an die Kindheit. Damals gab es noch echte Zechen im Ruhrgebiet und der Kohlestaub war ein Kontrastprogramm zu dem Hinterhof meiner Eltern, auf dem es eine Wiese mit üppigem Klee gab. Wenn ich heute Klee rieche, geht sofort ein Fenster in meinem Gedächtnis auf und ich sehe den mit Pappeln gesäumten Hinterhof. Erinnerungen sind für mich auch verbunden mit Menschen und Musik.

Welche Erinnerung kann man Ihrer Meinung nach nicht in einen Duft verwandeln?
Traurige Erlebnisse. Meine Uroma und mein Großvater sind kurz hintereinander gestorben. Ich war sehr berührt. Bei dem Verlust von Menschen ist man bestimmten Mechanismen ausgesetzt, die ich nicht mit Düften besetzen kann.
Welcher Duft zählt zu Ihren Lieblingsdüften?
Ich habe zwei. Für die Herbstzeit, den Oktober und November, wenn der Berliner Himmel grau überzugreifen scheint, liebe ich unseren Duft „Orange“, der euphorisierend wirkt, fröhlich macht. Und natürlich meinen ganz persönlichen Duft, den ich aus meiner Erinnerung an den Abend in der Philharmonie komponiert habe: ätherisch, würzig und frisch.
Was sagt die Treue zu einem Duft über eine Person aus?
Treue, die sich auf einen selbst und seine Art zu leben bezieht und dass man mit Kontinuität gewissen Dingen gegenüber steht.

Ihre schönste Erinnerung, die sie in einen Duft verwandelt haben?
An Toni-Luise, meine Großmutter.
Macht Parfum melancholisch?
Aber ja, absolut. Es kann melancholisch umarmend wirken und schützend zugleich sein.
Welcher Duft bezeichnet Jugend?
Vielleicht ist es kitschig, aber viele jungen Mädchen mögen gerade den Maiglöckchenduft. Vielleicht hängt das mit einer Retro-Sehnsucht zusammen. Das ist schon interessant in so einer trendigen Stadt wie Berlin.
Und welcher Duft-Nuance könnte für Schönheit stehen?
Das ist assoziativ. Viele Kundinnen verbinden Schönheit mit der Vorstellung und dem sogenannten „Wie frisch geduscht“-Duft. Zitrische Düfte gehen in diese Richtung.
Was bedeutet Berlin für Sie?
Das ist die einzige Stadt, in der ich in Deutschland leben möchte und die ich brauche, wie die Luft zum Atmen.
Warum haben Sie sich für das traditionelle Store-Konzept einer Manufaktur entschieden?
Ich finde die Idee vom Slowretail schön. Ich persönlich gehe auch gern zu Manufactum, schaue mir die Dinge an, nehme sie in die Hand, wäge ab, ob ich sie kaufe, für mich oder andere. Ich mag es sehr, Dinge zu verschenken und andere glücklich zu machen.

Träumen Sie von Düften und in Farbe?
Nein, tatsächlich nicht mit Düften aber in Farbe.
Was sind denn Ihre Visionen oder Träume?
Einer ist gerade wahr geworden. Das KaDeWe hat bei und angefragt und ab September sind wir dort mit einer feinen speziellen Auswahl zum Berlin Thema präsent. Das habe ich mir zu Beginn von „Frau Tonis Parfum“ gewünscht, dass die Menschen auf uns aufmerksam werden und unsere Parfums mögen.

Würden Sie gern an einem andern Ort leben?
Nein, ich bin angekommen.
Was ist für Sie ein glücklicher Moment?
Das sind eher familiäre Momente mit meinem neunjährigen Sohn und meinem Mann. Wenn ich mit meinen beiden Jungs zusammen Urlaub mache.
Mögen Sie Unisex-Düfte?
Ja, auf jeden Fall. Kategorisierungen haben sich überholt.
Ein Duft von Zukunft, was würde er beinhalten?
Ich lebe in der Gegenwart, auch manchmal in der Vergangenheit. In unserem Unternehmen bin ich diejenige mit dem ältesten Handy. Nein einen Duft der Zukunft möchte ich nicht machen.
Wie viele Stunden am Tag beschäftigen Sie sich mit der Welt der Düfte?
Ich lasse los, wenn ich den Laden verlasse. Natürlich lege ich nach 18.00 Uhr einen anderen Duft auf, ein privates Duft-Erleben.

Was ist der Duft von Freiheit?
„Berlin Summer“. Ein sehr jugendlicher Duft mit Pfefferminze, Limone, sehr erfrischend.

Merci, Stefanie Hanssen!
FRAU TONIS PARFUM
Mo- Sa: 10.00- 18.00

Zimmerstr. 13
10969 Berlin-Mitte

(Quelle: waitamo.de)

SUNDAY IMPRESSION

American Football am Sonntag-Nachmittag. Viele bunte Plätze im Cantian-Stadion hinterm Mauerpark. „Born in the USA“ von Bruce Springsteen hallt über den Rasen. Cheerleader sind aufgeregt und lachen. Adrenalin kreist wie aufgeregte Krähen-Schwärme, aufputschen bevor es durch den Tunnel geht.

Die Wolken ziehen geschwind, Sonne wärmt, wie auf einer Strand-Liege am Mittelmeer, Familien fächern Beifall, Parkplätze sind zu haben, ich erhole mich und denke, dass Leben ist einfach und wunderbar. Es könnte überall sein.

(Quelle: waitamo.de)

DENKEN IN SCHWARZ WEISS & TRÄUMEN IN FARBE: Ist es eine Kunst, sich die Leichtigkeit der Jugend zu bewahren? Liegt es am Erkennen der Realität oder der eigenen Wahrnehmung, dass sich das Denken beruhigend jenseits bunter Farbspektren entwickeln kann? Sind Tatsachen immer in schwarz/ weiß gehalten? Ist es leichtsinnig zu träumen, wenn der Wecker schon geklingelt hat? Ist ein Mittagsschlaf überhaupt erlaubt? Können Fakten beruhigen? Wann mag man seinen Anblick im Morgenspiegel? Auf wen freut man sich, wenn die Tage kürzer werden und die Nächte länger? Ist es klug, Musik beim Spazierengehen zu hören?

DENKEN IN SCHWARZ WEISS & TRÄUMEN IN FARBE: Ist es eine Kunst, sich die Leichtigkeit der Jugend zu bewahren? Liegt es am Erkennen der Realität oder der eigenen Wahrnehmung, dass sich das Denken beruhigend jenseits bunter Farbspektren entwickeln kann? Sind Tatsachen immer in schwarz/ weiß gehalten? Ist es leichtsinnig zu träumen, wenn der Wecker schon geklingelt hat? Ist ein Mittagsschlaf überhaupt erlaubt? Können Fakten beruhigen? Wann mag man seinen Anblick im Morgenspiegel? Auf wen freut man sich, wenn die Tage kürzer werden und die Nächte länger? Ist es klug, Musik beim Spazierengehen zu hören?

(Quelle: waitamo.de)

KANN ICH MIR DAS MAL AUSLEIHEN ODER WOMAN MEETS MAN

Ich mag es mir den weiten Pullover oder das coole Jacket vom Mann auszuleihen, am liebsten mit seinem Duft behaftet. Aus Versehen greift man in die Jacket-Tasche und findet seinen letzten Mint-Bonbon. Bei dem Herbst/ Winter 14 Trend „Woman meets Man“ kann man wunderbar extrem feminine Stücke mit maskulinen Klassikern kombinieren: transparente Röcke mit High Heels zu Oversize-Blazern, Seidenröcke zu langen Pullovern oder ein elegantes Kleid über eine Anzug-Hose getragen. Eine interessante Mischung, bei der man jeden Tag neu wählen kann, inwieweit der feminine oder maskuline Part in oder an einem dominiert. Warum sich nicht seine Armbanduhr und den Schlüssel für den Wagen etc. dazu ausleihen?

(Quelle: waitamo.de)

STILL IN LOVE WITH SUMMER: Jeden Morgen gehe ich auf den Balkon, strecke mich und checke die Lage. Nicht, dass ich darüber nachdenken würde, ob es wirklich Sinn macht aufzustehen, die Option stellt sich meistens nicht, nein ich blicke in den Himmel und wünsche mir, dass der Sommer noch eine Weile bleibt. Ich trage Shorts und Gänsehaut, liebe den Espresso im Freien, die Erinnerung an Meeressprünge sind nah und die Frage kommt auf, ob ich es auch voll und ganz genossen habe, die süßen Tage. Ich bin dankbar, weil Verliebtheit im Rückblick das Wunderbarste ist, völlig verklärt und rosarot. Lustigerweise vergeht das Roasrot des Sommers nie.

STILL IN LOVE WITH SUMMER: Jeden Morgen gehe ich auf den Balkon, strecke mich und checke die Lage. Nicht, dass ich darüber nachdenken würde, ob es wirklich Sinn macht aufzustehen, die Option stellt sich meistens nicht, nein ich blicke in den Himmel und wünsche mir, dass der Sommer noch eine Weile bleibt. Ich trage Shorts und Gänsehaut, liebe den Espresso im Freien, die Erinnerung an Meeressprünge sind nah und die Frage kommt auf, ob ich es auch voll und ganz genossen habe, die süßen Tage. Ich bin dankbar, weil Verliebtheit im Rückblick das Wunderbarste ist, völlig verklärt und rosarot. Lustigerweise vergeht das Roasrot des Sommers nie.

(Quelle: waitamo.de)

SUNDAY IMPRESSION: Ein weißes Pferd, ein weißes Boot, ein weißes Haus in Griechenland, weiße Perlenohrringe, weiße Pfingstrosen, weiße Nächte in St. Petersburg, ein Frühstücksei, einen Ring aus Weißgold, wehende Fenster-Vorhänge am Sonntag Morgen, Schäfchenwolken, Zuckerwatte, ein leeres Blatt Papier, weißen Sandstrand, Body-Lotion, einen kleinen weißen Fiat, weißen Essie Nagellack, weißen Zucker für den Tee am Nachmittag, weiße Augäpfel, die Schneekönigin nicht, ein weißes Chanel Jäckchen, eine weiße Schreibmaschine, eine Aspirin für den Tag danach, ein Glas Milch, Worte auf einer Einladung auf weißem 300g Papier, den Duft von frischer weißer Bettwäsche, warmes Brot in weißer Stoffserviette, weißen Schaum auf den Wellen, einen White Russian am Abend….

SUNDAY IMPRESSION: Ein weißes Pferd, ein weißes Boot, ein weißes Haus in Griechenland, weiße Perlenohrringe, weiße Pfingstrosen, weiße Nächte in St. Petersburg, ein Frühstücksei, einen Ring aus Weißgold, wehende Fenster-Vorhänge am Sonntag Morgen, Schäfchenwolken, Zuckerwatte, ein leeres Blatt Papier, weißen Sandstrand, Body-Lotion, einen kleinen weißen Fiat, weißen Essie Nagellack, weißen Zucker für den Tee am Nachmittag, weiße Augäpfel, die Schneekönigin nicht, ein weißes Chanel Jäckchen, eine weiße Schreibmaschine, eine Aspirin für den Tag danach, ein Glas Milch, Worte auf einer Einladung auf weißem 300g Papier, den Duft von frischer weißer Bettwäsche, warmes Brot in weißer Stoffserviette, weißen Schaum auf den Wellen, einen White Russian am Abend….

(Quelle: waitamo.de)

NOCH MAL KURZ WEG ODER VOM NACH HAUSE KOMMEN:
Das Flugzeug ist gelandet, der Weg zum S-Bahnhof Schönefeld abgelaufen, bekannte Ecken bringen alte Geschichten in Erinnerung. Das Rattern der Gleise im Ringverkehr amüsiert mich und ich glaube jetzt nach zig Jahren habe ich es begriffen, dass es keinen Sinn macht bockig zu sein. Der Urlaub ist vorbei, ach wie schön war die Zeit, denke ich noch am Briefkasten. Ziehe mir gleich wieder alles Zugestellte auf dem Treppenweg nach oben. Genauso wie ich schnell Adieu sagen kann, bin ich auch wieder da mit einem Finger-Schnips. In der Wohnung riecht es nach geputzten Dielen, Stille in den hohen Decken, stehen gebliebene Zeit, die wie ein Kinderkarussell angeschoben werden kann. Einen kurzen Moment stehen wir da und ich sage: „Ich bin nochmal kurz weg.“, laufe hoch zum Park, kein Gepäck in der Hand und überlege doch wie jedes Jahr: „Wo fange ich an, wo will ich sein, wo gehe ich hin?“, und bin wieder auf dem Weg nach Hause.

NOCH MAL KURZ WEG ODER VOM NACH HAUSE KOMMEN:

Das Flugzeug ist gelandet, der Weg zum S-Bahnhof Schönefeld abgelaufen, bekannte Ecken bringen alte Geschichten in Erinnerung. Das Rattern der Gleise im Ringverkehr amüsiert mich und ich glaube jetzt nach zig Jahren habe ich es begriffen, dass es keinen Sinn macht bockig zu sein. Der Urlaub ist vorbei, ach wie schön war die Zeit, denke ich noch am Briefkasten. Ziehe mir gleich wieder alles Zugestellte auf dem Treppenweg nach oben. Genauso wie ich schnell Adieu sagen kann, bin ich auch wieder da mit einem Finger-Schnips. In der Wohnung riecht es nach geputzten Dielen, Stille in den hohen Decken, stehen gebliebene Zeit, die wie ein Kinderkarussell angeschoben werden kann. Einen kurzen Moment stehen wir da und ich sage: „Ich bin nochmal kurz weg.“, laufe hoch zum Park, kein Gepäck in der Hand und überlege doch wie jedes Jahr: „Wo fange ich an, wo will ich sein, wo gehe ich hin?“, und bin wieder auf dem Weg nach Hause.

(Quelle: waitamo.de)

KATE MOSS BY MARIO TESTINO

Der neue Bildband von Mario Testino ist eine Hommage an seine Freundin und Muse Kate Moss. Momentaufnahmen einer langen Freundschaft, private Schappschüsse, glamouröse Inszenierungen. Über 100 Fotos hält die imposante Ausgabe bereit, fast dokumentarisch zeigen sie den Weg und die faszinierenden Aura der jungen Kate Moss, dem fast schüchtern wirkenden Mädchen aus Croydon, das bis ganz nach oben in den Mode-Olymp gelangt und sich dort seit mehr als zwei Jahrzehnten hält.

Eine schönes Buch über Vertrauen und gegenseitige Neugier: Kate Moss als Mama, auf dem roten Teppich, halbnackt in der Küche beim Essen machen, auf Partys, in Shooting-Pausen, mit der obligatorischen Zigarette, die Übergänge zwischen Inszenierung und Alltag sind fließend, aber irgendwie immer magisch.

Mario Testino schreibt in seinem Vorwort über Kate Moss und seine Erinnerungen des Kennenlernens, der langen Zeit, die sie befreundet sind: „Kate und die wenigen anderen meiner Freunde, die keine Angst haben, anders zu sein und ihren eigenen Weg zu suchen, weiß ich zu schätzen. Denn letztendlich ist diese Haltung solcher Leute der Grund, warum sie zu Ikonen unseres Zeitalters werden- sie schreiben das Buch der Freiheit.“


Schön sind immer zwei Perspektiven. So bemerkt Kate Moss in ihrem Essay über Mario Testino unter anderem, dass er mehr als das Grunge Girl in ihr gesehen habe und sie zuerst mit hochhackigen Schuhen und sexy fotografiert habe. Erst danach wurde sie von den anderen auch so in Szene gesetzt. Weiter schreibt Kate Moss: „Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie soviel gelacht wie bei Aufnahmen mit Mario.“

(Kate Moss by Mario Testino, Taschen Verlag)

(Quelle: waitamo.de)

ABSCHIED VON DEN ELTERN ODER WAS IST FREIHEIT?

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Museen in Kopenhagen sind offene Orte, genauso wie Freibäder dort keine Kassenhäuser haben. Als es am Nachmittag plötzlich anfing zu regnen, fuhren wir mit den Rädern gerade durch die Oster Volgade vorbei am Rosenborg Schloss Garten. Überhaupt kann man eine Stadt auf dem Rad anders, wie in einem Film wahrnehmen. Man sieht Paare auf Cafè-Terassen lachen, schweigen, streiten. Jungs beim Skaten, Mädchen shoppen, Ströme an den Ampeln warten, Orangen und Pfirsiche vor Läden getürmt, der Duft des Meeres zwischendurch, wie sich Stadtviertel in ein paar Metern verändern, was Architektur ausmacht, ob man in einem Backsteinhaus, wie viele andere, mit kleinen weißen Fenstern wohnt, nicht ganz klar, was einen unterscheiden könnte oder in einem freistehenden Garten-Haus in Vesterbro.

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Wir gingen auf einen Sprung ins Staatliche Museum für Kunst. Ein hohes großes Haus mit offenen Türen. Man kann einfach ohne Ticket hineinlaufen und beim Atmen merkte ich, wie schön es ist Platz und Raum zu haben, wenn das Licht große Flächen teilt, die Absätze durch die Gänge hallen, vor den Fensterfronten zum Park die Treppenstufen Plätze zum Sitzen, Nachdenken, Träumen, Nichtstun werden.

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Meine Kinder fanden hinter einer Kordel ein Faltspiel „Himmel & Hölle“ mit Fragen, wie hinter der Nummer 8: „Wo findest du hier Freiheit für dich?“
Eine Antwort: „Wenn ich mir gerade überlege, wo ich hier mein Schlafzimmer einrichten würde und wo die Küche.“, soviel Licht und Weite fände er großartig und fragte, wo denn für mich Freiheit wäre. Die hatte ich kurz zuvor in einem Wohnwagen der Ausstellung: „Abschied von den Eltern“ von Henrik Olesen gefunden. Blaue Gardinen, Hänge-Lampen über dem Tisch, Sitzbänke für die ganze Bagage. Es könnte auch Beklemmung bedeuten, eine kleine Zelle aus der man nicht so schnell hinauskommt, obwohl der Absprung mit der Tür zur großen Welt oder Parkplatz einfach scheint. Der Camouflage-Look des Wohnwagens von außen, bestimmt auch ein Wunsch, nicht erkannt zu werden oder dass die Anderen nicht so genau hinschauen, was bei den Nachbarn auf engem Raum passiert. Schön ist ja, dass jeder sieht bzw. denkt, was er will und ich wollte: Es ist nicht viel, was man braucht, um sich zusammen auf den Weg zu machen.

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Mein anderer Sohn war mit dem Faltspiel dran. Bei ihm stand geschrieben, im ersten Stock in die Ausstellung „Danish and Nordic Art 1750- 1900“ zu gehen und sich im Zeichenraum 226 an etwas zu erinnern, was ihn an Freiheit erinnern würde. Leider war es schon fünf Minuten vor Schluss. Aber wir wollten es unbedingt finden, rannten durch die Räume, lachend: Wo ist Freiheit für Dich, wo?
„Das Segelboot und ein Feld mit Bauern drauf unter freiem Himmel.“, sagte er laut atmend.

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STATENS MUSEUM FOR KUNST
Di- So: 10.00-17.00/ Mi: 10.00-20.00/ Mo: geschlossen
Sølvgade 48-50
1307 København K

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(Quelle: waitamo.de)

SUNDAY IMPRESSION: Wenn ich nicht allein auf Reisen bin, kann ich mit mehreren Blicken auch aus verschiedenen Körpergrößen sehen. Ohren hören viele Wünsche. Manchmal verliere ich mich und finde uns zwischendurch beim Fahrradfahren mit den vielen Anderen, der Wind treibt uns vorbei an Kanälen und roten Backsteinbauten, wieder. Am Morgen, wenn noch alle schlafen, egal ob in Berlin oder woanders, ist die Stille mein liebster Freund. Ich mag es leise durch die Wohnung zu laufen, Sonne dringt schon eine Weile durch die Vorhänge, ich habe einen Moment für mich, bevor der Tag beginnt. Sollte ich mit den Kindern ins Museum, einen Markt mit schönen Blumen und Düften besuchen, ans Meer fahren, ein Wind kommt auf, die Nachbarschaft erkunden, heute vom Fünf-Meter Turm im Freibad des Kanals Islands Brygge springen?

SUNDAY IMPRESSION: Wenn ich nicht allein auf Reisen bin, kann ich mit mehreren Blicken auch aus verschiedenen Körpergrößen sehen. Ohren hören viele Wünsche. Manchmal verliere ich mich und finde uns zwischendurch beim Fahrradfahren mit den vielen Anderen, der Wind treibt uns vorbei an Kanälen und roten Backsteinbauten, wieder.
Am Morgen, wenn noch alle schlafen, egal ob in Berlin oder woanders, ist die Stille mein liebster Freund. Ich mag es leise durch die Wohnung zu laufen, Sonne dringt schon eine Weile durch die Vorhänge, ich habe einen Moment für mich, bevor der Tag beginnt. Sollte ich mit den Kindern ins Museum, einen Markt mit schönen Blumen und Düften besuchen, ans Meer fahren, ein Wind kommt auf, die Nachbarschaft erkunden, heute vom Fünf-Meter Turm im Freibad des Kanals Islands Brygge springen?