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Wait A MO by Tanja Nedwig
Momente aus Fashion, Lifestyle und Kunst. Begegnungen in Berlin und woanders.

MOMENTS IN: MONACO

Wirklich ein kleiner Moment, den ich mir, kurz vor dem Rückflug nach Berlin, im Fürstentum Monaco gegönnt habe. Aber der Umstand, dass man mit den Bussen der Lignes d’azur für 1,50€ in nur vierzig Minuten von Nizza nach Monaco fahren kann, ließ mich begeistert mit dem Kopf nicken. Für den Preise komme ich in Berlin nicht bis zum Alexanderplatz. Man könnte aber auch nach Cannes, Saint Tropez, die gesamte Côte d’Azur für den Preis einer Kugel Eis entlang fahren. Das macht das Vorhaben, die French Riviera bald mal wieder zu besuchen, konkreter. Viele Orte und Dörfer liegen zwischen Halte-Stationen, an denen man ein paar Tage bleiben möchte.

Ich kenne Monaco nur aus der Yellow Press: schöne Prinzessinnen-Frauen, die in einem Schloss auf dem Felsen wohnen, vielleicht manchmal  Sehnsucht nach den irdischen Erinnerungen der Welt haben, Küstenstraßen und wehender Wind, Stammbäume, die gepflegt werden müssen, Stéphanie von Monaco und ihre Gesangskarriere.
Die Busfahrt vorbei an Villen und galaktischen Pools, einsamem Buchten, diesem wunderbaren Licht des Südens, das soviel Energie gibt, dazu verführt, die Augen nicht ganz zu öffnen, sich etwas privaten Schatten zu gönnen.


Monaco an einem bewölktem Tag. Hochhäuser auf Felsen in den Himmel gebaut, grau wirken sie in ihrer Gedrängtheit. Die Häfen mit gigantischen Jachten und parkenden Autos davor, Chauffeure in abgedunkelten Limousinen, die ältere Damen mit erhobenen Kopf und starren Blick zum Ziel ihrer Wünsche oder dem Termin des Tages fahren.

Touristen, die schwer an Chanel-Tüten tragen, das Casino als Objekt der photogenen Begierde. Schwer liegt der Duft des Geld in der Luft und ich denke Monaco ist eine märchenhafte Kristallkugel, die man sich gern von außen anschaut.

(Quelle: waitamo.de)

SUNDAY IMPRESSION

Welche Art von Charakterzug beschreibt die Eigenschaft, die Vergangenheit schnell abstreifen zu können? Ist es Freude an der Ablenkung, oder prädestinierte Voraussetzung, um gern gesehener Gast in den Casinos zu sein? Unbelehrbarer Optimismus, an kindliche Naivität grenzend oder Wankelmütigkeit, aus den Augen aus dem Sinn? Ein stilles Wasser,  was tief vor sich hin schlummert, oder die Angewohnheit haben,  eigene Wünsche laut auszusprechen, auf das sie wahr werden, weil Andere sie gehört haben?
Was auch immer es sein mag, Tage an schönen Orten, geben mir das Gefühl, das man viele Leben leben könnte, Entscheidungen lockerer sitzen, das Gezwitscher der Vögel in der Mittagszeit, das Schönste, was man seit langem gehört hat.

(Quelle: waitamo.de)

MOMENTS IN NIZZA: PROMENADE DES ANGLAIS

Ich finde es immer wieder überraschend, wie sich die gefühlte halbe Welt auf einer Strand-Promenade zu treffen vermag. Es sind ja nicht nur die Menschen verschiedener Nationalitäten, sondern auch die Wünsche und Träume, die mit den Koffern jeden Tag auf dem Aéroport an der Bucht von Nizza ankommen, genauso wie die Wellen ohne Pause gegen die Brandung schlagen. Für einen Moment scheint es keine unterschiedlichen geographischen Bestimmungen zu geben, spätestens beim Sprung ins Meer.

Das Wasser, das Wiegen der Wellen vermag es, Gedanken nach dem woher & wohin für einen Augenblick zu hypnotisieren. Ich habe gestern den ganzen Tag am Strand gelegen, war ungezählte Male schwimmen, die Strecken wurden immer kürzer, weil ich dachte, ach ich kann ja noch so oft ich will. Vor mir saß eine junge Frau mit ihrer Freundin aus Estland wohl, mit kleiner Tochter, vielleicht fünf Jahre alt, die in glitzernden Cinderella-Schuhen, mit Absatz sogar, über die Strand-Steine balancierte. Daneben eine Familie aus Serbien, mit gähnenden entwachsenden Jungs, eine französische Mutter mit Moped-Helm und ihrem Sohn mit großer Sonnenbrille, eine Frau mit blumigen Chiffon-Kleid und kleinen Zwillingsmädchen mit braunen Pferdeschwänzen, wo ich dachte, da kann nur das Lachen zu Hause sein, eine italienische Seniora, geraucht bestimmt ein Leben lang mit Würde wohl, Kellnerinnen an ihrem freien Tag, alternde Herren mit grauem Brusthaar und wachem Blick unterm Basecap versteckt.

Auf der Promenade joggen, egal was das Thermometer sagt, die Generationen, blaue Fahrräder blitzen im Fahrtwind, Gerüche von Restaurants auf der anderen Straßenseite, Einheimische kennen es nicht anders, der blaue Zauber gehört zu ihren Tagen,

Flugzeuge die starten und landen, Möwen die auf Laternen sitzen, Jugendliche mit verwegenem Haarschnitt und überall das Gefühl von Sommer, egal, was es für den Einzelnen bedeutet.

MOMENTS IN NIZZA: ABENDSONNE & LATERNENKUGELN

Wenn die Sonne kaum versunken, der Stein-Strand fast verlassen ist, Menschen in den Häusern, um sich schick zu machen für den Promenaden-Gang, die Wellen wie zum Abschied singen, ein Tag geht vorbei, wenn kümmert es, wenn das Bergfest nicht erreicht,

Angler ihre Sehnen schwingen, Zeit im Übermaß und ihr Blick hinaus, die Casino-Buchstaben leuchten, mehr Glanz in der Vergangenheit, Sprachen sich vermischen, Moped-Hupen und Laternenkugeln, Eiswürfel in schweren Gläsern, morgen früh geh ich schwimmen, die Nacht ruft erneut die Stadt am Meer.

SUNDAY IMPRESSION: NIZZA

Hundebellen am Morgen, der Himmel leicht bewölkt, weiße Fassaden der alten Villen friedvoll zwischen Pinien, Platanen, Zedern und Palmenwedel. Ein Nachbar schneidet die Hecke, das ist wohl überall so.

Das Frühstückstablett und Müßiggang, sicher ruft das Meer und was das Reisen mit sich bringt, den Wunsch, den Ort zu erkunden. Aber es ist Sonntag, mit Ruhe vom Hinterland hinab zum Ufer laufen, der Blick einem Jauchzen gleich, für einen Moment in der Luft, schnell gefangen vom Wind und entschwunden.

(Quelle: waitamo.de)

SOMMER, SONNE & AHOI: Ein kleiner Juli-Abschiedsgruß, der Sommer mit seinem Kommen & Gehen der Freunde ist wunderbar, Geschichten sind zu erzählen, später im September, man kann sich vermissen, aneinander denken oder ist zur Abwechslung mal ganz bei sich selber. Ich wünsche Euch heiße & schöne Sommertage, ob in Berlin oder anderswo, mich zieht es nach Nizza, wo das Meer türkisblau scheint, ich freue mich und schicke Euch Post-Cards via WAIT A MO, Ahoi & liebe Grüße, xx Tanja
  (photo © hannes hametner)

SOMMER, SONNE & AHOI: Ein kleiner Juli-Abschiedsgruß, der Sommer mit seinem Kommen & Gehen der Freunde ist wunderbar, Geschichten sind zu erzählen, später im September, man kann sich vermissen, aneinander denken oder ist zur Abwechslung mal ganz bei sich selber. Ich wünsche Euch heiße & schöne Sommertage, ob in Berlin oder anderswo, mich zieht es nach Nizza, wo das Meer türkisblau scheint, ich freue mich und schicke Euch Post-Cards via WAIT A MO,
Ahoi & liebe Grüße, xx Tanja

  (photo © hannes hametner)

(Quelle: waitamo.de)

VORFREUDE & HAEKELBIKINI

Die Ferien stehen vor der Tür, Tage sind an an einer Hand abzuzählen, Berliner Sommerhitze bringt den fernen Ort schon näher und den Lieblingsmoment, wenn sich die Tür zur Gangway öffnet, subtropische Temperaturen eine Liaison mit vergangenem Regen eingegangen sind, andere Sprache klingt und man muss nicht antworten, beobachtet und streckt langsam die Fühler aus, wie es sich anfühlen könnte, Kontakt aufzunehmen. Für gewöhnlich bin ich angekommen, wenn ich in Schwimmzügen dicht über dem Meeresboden tauche und mich über den glitzernden Ring an meiner Hand unter Wasser freue. Dann ist die Zeit stehen geblieben, so habe ich schon als Mädchen empfunden, so wird es bestimmt auch sein, irgendwann, wenn ich mich an die Jugendzeit nicht mehr erinnern kann in Jahreszahlen.

(Häkelbikins von e.a. Seawear, hergestellt in Berlin, aus leicht glänzenden Garn in Sand und Pink, gesehen bei Linierie, Linienstraße 75, 10119 Berlin-Mitte)

(Quelle: waitamo.de)

BERLIN FASHION WEEK: MICHALSKY IMPORTANT SECRETS

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White Summer & Black Protection

Geheimnisse und ihre Bedeutung thematisiert Michalsky bei seiner Spring/ Summer 2015 Kollektion, die der Designer letzten Freitag zum Abschluss der Berlin Fashion Week im Tempodrom gezeigt hat.

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Der Saal im Tempodrom ist sehr groß, ein Mega-Spektakel. Fächer liegen auf den Sitzen für die über 1.000 Gäste. Am Eingang musste ich mich ausweisen, die Erfahrung machte ich letztmalig mit fünfzehn. An der Bühne Überwachungskamera-Attrappen, die später klicken werden, und die Kollektion startet in Weiß.

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Süße Unschuld, weiße Leder-Korsagen und Ballonröcke, Anzüge, Sommermäntel und geschlitzte Röcke. Der Wechsel zu Schwarz scheint vorbestimmt, vollzieht sich in Etappen und Kombinationen. Leder-Revers und Spiel der Materialien, glitzernde Silberstreifen an Krägen und aufgesetzten Taschen in Konkurrenz zu schimmernden Shorts.

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Auch Michalsky lässt Frau Luft holen, die Taille sitzt locker. Leger wippen Zipper an edlen Jogging-Hosenbündchen. Die Haare im strengen und fast denkt man, leicht vom Wind zerzausten Dutt, der Gang auf High Heels. Im Kontrast schwarz oder silber reflektierende Helme,  Schutz oder Bedrohung. Streifen in Längs- und Querform bringen Lockerheit. Bandeau-Tops im Paletten-Schimmer glamourös bauchfrei im Wechsel zu zarten Blumen-Prints.

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Leggins zu Blazern und Westen, an denen man wohl im nächsten Sommer kaum vorbei kommen wird. Kecke Hüftkordeln und sehr sehr cool, die Swimsuit-Optik mit extrem hohen Beinausschnitt unter Hüftröcken getragen. Die großen Armreifen in kubistischen Formen: superb!

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(photos © hannes hametner)

(Quelle: waitamo.de)

BERLIN FASHION WEEK: MARINA HOERMANSEDER

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Korallenriff, leichte Seide & starkes Leder

Avantgardistisch und feminin zugleich ist der Frühjahr/Sommer Look 2015 der jungen in Berlin lebenden Designerin Marina Hoermanseder mit französisch-österreichischem Hintergrund. Enganliegende Korsetts, Bodys und Bustiers aus Leder im verspielten Kontrast zu zarten Farben wie Koralle, Zitronenfalter-Gelb, Apricot über Mintblau signalisieren sommerlichen Halt.

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Fast panzerartig wirken die Leder-Looks, die domestizierend und hingebungsvoll sein könnten. Wie durch einen Verband gewickelt liegen die Röcke durch glänzende Schnallen oder Träger gehalten.

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Kombiniert werden die teilweise starr wirkenden Leder-Kreationen mit Seidenblusen, leichten Shorts, hellen Blazern, Seiden-Röcken und ¾ Hosen. Hosen und Röcke sind oft mit farblich abgesetzten Taschen versehen. Marina Hoermanseder ließ sich von der Unterwasserwelt des Philosophen Ernst Haeckel inspirieren und entwarf als Highlight ihrer Kollektion u.a. Mantel & Cape aus Naturstein-Material, die an ein Korallenriff erinnern.

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Die Braut zum Finale einbandagiert in weiße Leder-Schnallen und Streifen mit halber Gesichtsmaske, hält die Spannung bis zum Schluss, ob ein Ja wohl zu vernehmen sein könnte.

(Quelle: waitamo.de)

SUNDAY IMPRESSION

“Wir sangen die gleichen Lieder und lachten über die gleichen Witze, und morgens, wenn es draußen mild war, krochen wir aus dem engen Schiffsinneren und spazierten in unseren Holzsandalen und leichten Sommerkimonos über das Deck und blieben dann und wann stehen, um auf das immergleiche, endlos blaue Meer zu schauen. Manchmal landete ein Fliegender Fisch auf unseren Füßen, zappelnd und außer Atem, und eine von uns – normalerweise war es eine von den Fischerstöchtern – hob ihn auf und warf ihn zurück ins Wasser. Oder eine Delfinschule tauchte aus dem Nichts auf und sprang stundenlang neben dem Schiff her. An einem ruhigen, windstillen Morgen, das Meer war flach wie Glas und der Himmel von einem strahlenden Blau, erhob sich plötzlich die glatte schwarze Flanke eines Wals aus dem Wasser und verschwand, und einen Augenblick lang vergaßen wir zu atmen. Es war, als sähe man Buddha in die Augen.”

(Aus: “Wovon wir träumten”, Julie Otsuka)