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Wait A MO by Tanja Nedwig
Momente aus Fashion, Lifestyle und Kunst. Begegnungen in Berlin und woanders.

DER NO-MAKE-UP LOOK

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Den wahrhaften No-Make-up Look kennen Frauen sowieso und beschäftigen sich damit, wenn sie nicht mehr allein aufwachen oder eben doch unvorbereitet beim Orangen Einkaufen über der Straßenkreuzung genau IHN sehen. Manche haben einen nude-farbenen Lipbalm in der Nachtschublade, um sich völlig natürlich vor dem angeblich ersten Aufwachen in den Träumen zu rekeln, andere haben eine Sonnenbrille und ein schnell gelöstes Zopfband.
Jetzt hat der Nude-Look das Beauty-Zepter mit dem einfachen Ziel ergriffen: ungeschminkt sehr schön auszusehen. Wimpern und Brauen scheinen unbehandelt und natürlich, eine kecke Müdigkeit zieht sich durch die Ausstrahlung, die Selbstbewusstsein und „ich schaue nicht auf die Uhr, wenn mich etwas interessiert“ signalisiert. Der Nude-Look hat seine Geburtsstunde definitiv in der Jugend, in steigenden Jahrzehnten benötigt man, wenn man nicht als blasses Synonym für Atemwegsbeschwerden gelten möchte, wahrscheinlich mehr Zeit als für ein Film-Noire Make-up: Foundation, Concealer, Wimpern filigran getuscht, auf keinen Fall die Spitzen, Noude-Rouge auf den Wangen und ganz ganz leicht getönte Lippen. Wenn dann die Freundin beim Kaffee fragt, warum man sich denn nicht geschminkt hätte, kann man ruhig antworten, weil gerade andere Sachen wichtiger waren.

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(marc jacobs, calvin klein, ralph lauren, new york, spring summer 15)

(Quelle: waitamo.de)

LONDON, REGEN & EIN FLÜCHTIGER BLICK: London, ich erinnere mich, Hektik beim Hasten in den Gängen der Underground, das Gefühl in einer großartigen Stadt zu leben, Zeit eine Frage der Einstellung, sich darüber wundern, dass Männer einen den Vortritt lassen, Musik. Schwere Regentropen auf den Blättern des Victoria-Parks, nasse Kieselsteine, ein Moment noch bis sich der Himmel klärt, ein Duft von Geranienblättern, goldener Quitte und Wicke, british tea in Aussicht, eine Verabredung vielleicht, schnell nach Hause laufen im Trenchcoat, ein flüchtiger Blick durch die nassen Haarsträhnen: Hey du, ich hab dich gesehen.
(Duft: My Burberry)

LONDON, REGEN & EIN FLÜCHTIGER BLICK: London, ich erinnere mich, Hektik beim Hasten in den Gängen der Underground, das Gefühl in einer großartigen Stadt zu leben, Zeit eine Frage der Einstellung, sich darüber wundern, dass Männer einen den Vortritt lassen, Musik. Schwere Regentropen auf den Blättern des Victoria-Parks, nasse Kieselsteine, ein Moment noch bis sich der Himmel klärt, ein Duft von Geranienblättern, goldener Quitte und Wicke, british tea in Aussicht, eine Verabredung vielleicht, schnell nach Hause laufen im Trenchcoat, ein flüchtiger Blick durch die nassen Haarsträhnen: Hey du, ich hab dich gesehen.

(Duft: My Burberry)

(Quelle: waitamo.de)

GREG GORMAN: PORTRAITS

Der amerikanische Fotograf Greg Gorman selbst bezeichnet seiner Porträts, die seit Freitag in der Berliner Galerie Hiltawsky gezeigt werden, als klassische Arbeiten aus den 80ern. So gehören die über 30 Porträtierten, wie Johnny Depp, Tom Waits, David Bowie, Jeff Bridges, Michael Jackson oder Sharon Stone auch einer vergangenen Zeit an, wirken in großen Formaten und sichtbaren Nah-Details im inszenierten Spiel von Licht und Schatten, Statik und Bewegung sehr nah und dennoch fern.

(Winona Ryder, Los Angeles 1981© Greg Gorman, courtesy galerie hiltawsky)

Kim Basinger auf dem Zenit ihrer Karriere und ihr scheinbar flüchtig eingefangener Schulterblick stehen im Kontrast zur körperlichen Präsenz von Iman, die vom gigantisch wallenden Haar bis zu Gänsehaut auf den Brüsten eine dominante Magie ausübt.

Der junge Leonardo DiCaprio irritiert mich in Anbetracht dessen, wie die Zeit vergeht, ein Phänomen, das oft bei gleichen Jahrgängen zu beobachten ist.

Den Mythen Marlon Brando und Robert De Niro, die mit entspanntem Gesichtsausdruck auf das illustre Galerie-Publikum schauen, scheinen vergehende Jahre nichts anzuhaben.

Es macht Spass zwischen den großen Abzügen auf die Idole seiner Jugend zu schauen. Ich frage Greg Gorman, ob er die Menschen, die er mal porträtiert hat, anders in Erinnerung behalten würde. “Ja, manchmal.“, sagt er, würde er sie wie durch ein anderes Fenster sehen, gerade, wenn er sie nach einiger Zeit wieder treffen würde.

GREG GORMAN: PORTRAITS
BIS 19. NOVEMBER 2014
Galerie Hiltawsksy
Mi- Sa: 14.00- 18.00
Tucholskystrasse 41
10117 Berlin-Mitte

(Quelle: waitamo.de)

SUNDAY IMPRESSION: Wenn Kilometer zwischen unseren Stimmen liegen, Berührungen ein Spiel der Erinnerung sind, der Regen den Sonntag in eine Schublade drängt, Kissen auf dem Sofa den Geruch des Sommers als Muster haben, Zeitung raschelt im Feuilleton, Sarah Vaughan von der Reise zum Mond singt, dann schließe ich die Augen und träume weiter…

SUNDAY IMPRESSION: Wenn Kilometer zwischen unseren Stimmen liegen, Berührungen ein Spiel der Erinnerung sind, der Regen den Sonntag in eine Schublade drängt, Kissen auf dem Sofa den Geruch des Sommers als Muster haben, Zeitung raschelt im Feuilleton, Sarah Vaughan von der Reise zum Mond singt, dann schließe ich die Augen und träume weiter…

(Quelle: waitamo.de)

PIER PAOLO PASOLINI: „MEINEN UNVERSEHRTEN TRAEUMEN VON POESIE…“

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PASOLINI ROMA IM MARTIN-GROPIUS-BAU
Rom kann eine düstere Stadt sein, stehen geblieben unter dem Ballast vergangener Geschichte, nicht vergehender Konventionen und sie kann Inspiration und Neuanfang bedeuten. In der Ausstellung Pasolini Roma, die seit gestern im Martin-Gropius-Bau zu sehen ist, kann man sich Rom, ihrer Anziehung, offerierten Chancen, Freundschaften, Liebe und Entfremdung aus dem Blickwinkel von Pier Paolo Pasolini nähern.

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Jede Liebe hat ihre eigene Wirklichkeit, so auch die von Pier Paolo Pasolini zu Rom, wo er am 28. Januar 1950 mit seiner Mutter am Hauptbahnhof ankam: „Ich floh mit meiner Mutter, einem Koffer und ein wenig Schmuck/ der sich als falsch herausstellte/ im Zug, langsam wie ein Güterzug/ durch die friaulische Ebene, unter ihrer dünnen und harten Schneeschicht….“

Eine Ausstellung, wie ein Film, indem der Filmemacher und Schriftsteller Pier Paolo Pasolini aus einer vergangenen Zeit präsent ist, losgelöst von der Realität und aktuell. So ist es wahrscheinlich, wenn Ideen, Zeilen, Bilder eine Anziehung haben, weil sie instinktiv aus Wünschen, oft Sehnsucht entstanden sind.

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Pier Paolo Pasolini hatte zeitlebens die Erinnerung an Armut und damit einhergehend Träume von schönen Dingen, die man sein eigen nennen könnte: „Und eine Wohnung, in Bezirken, wo die Leute einen in Ruhe lassen, eine Wohnung im sonnigsten Stockwerk, mit drei, vier Zimmern und einer verlassenen Terrasse, aber mit Rosen und Zitronenbäumen…“ (Aus: Mein Verlangen nach Reichtum, 1961)
Nach seiner Ankunft in Rom lebte er mit seiner Mutter in einem Ghetto am Ponte Mammolo, er brauchte drei Stunden, um an die Privatschule zu kommen, an der er als Lehrer von sieben Uhr morgens bis zum Nachmittag arbeitete und danach schrieb.

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“Doch es war Italien, Italien, nackt und wimmelnd mit seiner Jugend, seinen Frauen, seinen Gerüchen von Jasmin und armen Suppen, den Sonnenuntergängen über den Feldern an Aniene, den Müllhalden: und was mich betrifft, meinen unversehrten Träumen von Poesie.“ (Aus Poeta della Ceneri, 1966- 1967)

„Es war die Zeit von Fahrraddiebe“ und Pier Paolo Pasolini fing an für die Filme von Anderen zu schreiben, wie für Fellini, Bolognini oder Bertolucci. Mitte der 50er Jahre zog Pasolini ins Zentrum von Rom. Er begann zum Zirkel der Intellektuellen dazu zu gehören, genauso wie er geographisch in der Mitte Roms wohnte und seinen ersten eigenen Film „Accattone“ (1961) drehte.

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(“Accattone” Locations)

Pasolini, der homosexuell war, 33 mal von Justiz u.a. wegen Verunglimpfung der Religion angeklagt und 33 mal freigesprochen wurde, drehte radikale Filme, die Armut, Randgruppen, Sexualität und die katholische Kirche thematisierten.
Die audiovisuellen Collagen der Ausstellung nehmen einen mit ins Rom der 60er und 70er Jahre, wie die Diskussion zwischen Pasolini und seiner Hauptdarstellerin Anna Magnani aus dem Film „Mamma Roma“ (1962).

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Pasolini zieht aus dem Zentrum Roms hinaus an die Küste, genauso wie er New York entdeckt und Paris optional betrachtet. 1975 wird er leblos in der Nähe von Ostia aufgefunden.

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(Das Meer von Sabaudia, Blick aus dem Haus von Pasolini, 2013)

Ich mag den Dichter und Schriftsteller Pier Paolo Pasolini. An den Wänden des Martin-Gropius-Bau hängen Gedichte von ihm, wie:

„Erwachsen? Nie – niemals, wie das Leben
das nicht reift – immer unfertig bleibt,
von einem herrlichen Tag zum anderen -
kann ich nicht anders als treu festhalten
an der wunderbaren Gleichförmigkeit des Geheimnisses.
Darum habe ich mich glücklichen Momenten
nie hingegeben – darum
in der Bangnis meiner Verfehlungen
nie an wahrhafte Reue gerührt.
Einig, immer einig mit dem Unausgedrückten,
am Ursprung dessen, der ich bin. (Aus: Diario, 1950-53)

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PASOLINI ROMA
11. September 2014- 5. Januar 2015
Martin-Gropius-Bau Berlin
Mi- Mo: 10.00- 19.00 (Dienstag geschlossen)
Niederkirchnerstraße 7
10963 Berlin-Kreuzberg

(Quelle: waitamo.de)

AB WANN WIRD ES ZEIT FUER BESONDERE CREMES & Q10?

 Ich kann mich gut daran erinnern, dass ein Freund immer wenn ich meine Stirn krauszog, mit dem Finger über das „Zornesfältchen“ strich und meinte: „Entspann dich, die geht sonst nicht mehr weg.“ Damals, mit Anfang zwanzig, habe ich diesen Hinweis mit einem „PHHH“ abgetan, wusste aber genau, dass er Recht hat .
Also versuchte ich in den vergangenen Jahren bei Gedanken nicht erfreulicher Natur, das Gesicht entspannt zu lassen und habe gemerkt, dass man das trainieren kann, genauso wie eine gute Haltung oder sich den Zucker im Kaffee temporär abzugewöhnen. Dadurch konnte ich einige der vergehenden Zeit geschuldeten Veränderungen im Zaume halten, die andere U-Bahngäste zu Charakterstudien animieren könnten.
Auf meinem Beauty-Schränkchen reihen sich trotzdem seit Neuestem Creme-Tiegel mit dem vielversprechenden Coenzym Q10 und alleine das Aufdrehen der Döschen gibt mir das Gefühl, etwas für mich und meine „Lachfältchen“ zu tun. Manchmal erinnere ich mich dabei an meine Mutter und meine Omama und dass ich ihre Beauty-Entourage als Mädchen immer mochte und die Zeit kaum abwarten wollte, damals, wann ich wohl endlich dazu gehören würde in die Welt der “Großen” Frauen.

(Quelle: waitamo.de)

CAMILLA MATHEIS: PERLEN VINTAGE SCHMUCK & JEDER TAG HAT SEINEN ZAUBER

Die Schmuck-Designerin Camilla Matheis ist nach einem fünfjährigen Zwischenstopp in Amsterdam wieder nach Berlin zurück gekehrt und hat sich mit ihrem entzückenden Store in der Marienburger Straße einen Traum erfüllt. Mit zauberhaftem Gespür für Details, witzigen Interior-Ideen, Stil und Raffinesse verzaubert sie seit März diesen Jahres mit ihrer Welt der Vintage Perlen & Mode.


Ihr offenes Lachen und die nette Art mit den Leuten ins Gespräch zu kommen tun ihr Übriges, um sich willkommen zu fühlen und das Repertoire erkunden zu wollen. Der Unikat-Schmuck von Camilla Matheis, Ohrringe und Ketten, mal verspielt und mädchenhaft, mal opulent in großer Blumenpracht oder Beeren-Adaption mit kleinen Anhängern von Gartenzwergen oder Eulen ist humorvoll und von leichtem Esprit besetzt.

Für den Herbst ganz wunderbar die Blätter-Kollektion aus Vintage Leder Applikationen.

Neben ihrem Schmuck gibt es eine feine Mode-Auswahl an Berliner Labeln, wie „Herb“, „IchJane“ oder „mio animo“ und niederländischen Designern bis hin zur Papeterie-Art von „Glanz & Substanz“ und Geschenk-Inspirationen. Die Taschen des niederländischen Labels „Kolombo Bin“ sind durch ihre bunten Kordeln und Fransen so speziell, dass sie zu jedem eleganten Outfit passen würden, erzählt Camilla Matheis.

Sie selber hat Modedesign studiert, aber schnell gemerkt, dass sie nicht so gerne nähen möchte, auch in Anbetracht der fast unüberschaubaren Konkurrenz. Sie wollte sich gern abheben. So hat sie ihre Begeisterung für Vintage Perlen entdeckt, die sie auf ihren Spaziergängen über die Flohmärkte findet. In Berlin bummelt sie zum Beispiel gern über den Arkonplatz-Markt oder den Mauerpark. Camilla Matheis erzählt, dass sie schon im Alter von drei Jahren ihre ersten Ketten selber gemacht habe und mit achtzehn wusste, dass sie ein eigenes Geschäft aufmachen wolle.

Wenn es um Mode und Stil geht, lässt sie sich nicht festlegen. Sie liebt die Ironie mit einem Augenzwinkern und mag es,  je nach Laune und Tagesform zu kombinieren.


Camilla Matheis kommt gern mit ihren Kunden ins Gespräch, genauso wie sie selbst eine Freundin von kleinen Geschäften sei. Außerdem möchte sie Frauen dazu ermuntern, Trends nicht all zu wichtig zu nehmen. Es sei egal, ob jetzt Gold oder Silber angesagt sei. Man solle einfach ausprobieren, was einem auch zu Hause am Besten gefällt und nicht unbedingt danach gehen, was Mode-Magazine vorgeben würden.

CAMILLA MATHEIS
Mo, Mi- Sa: 11.00- 18.00/ Dienstag geschlossen
Marienburger Str. 2
10405 Berlin Prenzlauer Berg

(Quelle: waitamo.de)

SUNDAY IMPRESSION:

“Ich rede langsam; ich lebe langsam: ich verkaufe Telefone im März, im April und im September.”
(Gruneberg und Jacobs: Spanisch durch Vorstellungsassoziation, In: Lanzarote, Michel Houellebecq)

SUNDAY IMPRESSION:

(Quelle: waitamo.de)

ONCE AGAIN SUMMER

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Alle Vorsätze über Bord werfen, sich korrekt an Bürozeiten zu halten. Von einem Sommertag sprechen, Shorts an gebräunten Beinen, Nägel wie das Wasser des Ozeans, pink auf dem nach Eis sehnenden Mund, der Wunsch zu lachen und nichts zu tun, Propeller über Wolken oder Wind auf dem Rad, oh ja es ist leicht sich fallen zu lassen in die Schönheit, die mit June begann…

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(Quelle: waitamo.de)

STRONG MATERIAL & SWEET ATTITUDE

Die Kombination aus Lederrock und Jacket erschien mir bis dato immer zu viel des Guten, jeder Zufall im Großstadtgewirr schien ausgeschlossen. Klischees von City-Amazonen, Unabhängigkeit bis zur Selbstaufgabe, Orten mit wenig Lichteinstrahlung, Texas- on the road again & Cowboy-Feeling mischten sich im überproportionalen Tanz. Aber manchmal lichtet sich das Chaos zeitlich fehlerhafter Besetzung, Leder all over mit einem Lächeln im Gesicht und lockerem Spiel: Lederkleider in pastel oder candy-like, Folklore-Röcke, Fransen-Westen und strenge Blusen, schwarze Mäntel, breite Gürtel, lange Lederhandschuhe, ein Spiel zwischen Halt und gut versteckter Option: eventuell gehalten zu werden.

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(Gucci, Blummarine, Jean Paul Gaultier AW14)

(Quelle: waitamo.de)